Gaming am PC, Musik unterwegs oder ein Telefonat zwischendurch: Das Razer Barracuda V2 Pro möchte mehr bieten als ein klassisches Gaming-Headset. Mit Hybrid-ANC, Bluetooth 6.0, kabelloser 2,4-GHz-Verbindung, bis zu 70 Stunden Akkulaufzeit und einem angenehm dezentes Design sowie einem abnehmbaren Mikrofon soll es beim Gaming ebenso überzeugen wie im Alltag. Das sind mehr als genug gute Gründe das Headset einem genauen Klangtest zu unterziehen und auf seine Alltagstauglichkeit zu überprüfen.
Wenn ihr auf starken Klang und dazu eine ganz besondere Optik steht, dann schaut euch unbedingt auch unsere Test zu dem Razer Kitty V3 Pro an.

Technische Daten Razer Barracuda V2 Pro
- Modell: Razer Barracuda V2 Pro
- Typ: Kabelloses Over-Ear-Gaming-Headset
- Bauweise: Geschlossen
- Treiber: 40 mm Razer TriForce Bio-Cellulose
- Frequenzbereich: 12 Hz – 20.000 Hz
- Raumklang: THX Spatial Audio+ mit virtuellem 7.1.4-Surround-Sound
- Geräuschunterdrückung: Hybrid Active Noise Cancelling, Umgebungsmodus
- Mikrofon: Abnehmbares Razer HyperClear Full-Band-Mikrofon und zwei integrierte Beamforming-Mikrofone
- Mikrofon-Geräuschunterdrückung: KI-gestützt
- Funkverbindung: Razer HyperSpeed Wireless (2,4 GHz)
- Bluetooth: Bluetooth 6.0
- Gleichzeitige Verbindung: 2,4 GHz und Bluetooth
- Kabelverbindung: USB-C
- Akkulaufzeit: Bis zu 70 Stunden ohne ANC, bis zu 50 Stunden mit ANC
- Schnellladen: 15 Minuten Laden für bis zu 6 Stunden Nutzung
- Gewicht: 285 Gramm
- Besonderheiten: Faltbare Ohrmuscheln, integriertes Dongle-Fach, SmartSwitch-Taste
- Software: Razer Synapse 4, Razer Audio App
- Kompatibilität: PC, PlayStation, Nintendo Switch, Steam Deck, Mobilgeräte und weitere kompatible Geräte
- Preis (UVP): 199,99 Euro
Lieferumfang und Anschlussmöglichkeiten
Der Lieferumfang ist übersichtlich: Neben dem Headset finden sich das abnehmbare HyperClear-Full-Band-Mikrofon, der USB-Funkempfänger für die 2,4-GHz-Verbindung, eine USB-A auf USB-C-Kupplung und ein USB-C-Ladekabel in der Verpackung. Damit ist alles vorhanden, was ihr für den Betrieb und die Kommunikation am Rechner oder mobil benötigt. Ein kleiner Tipp, der Funkempfänger ist nicht im Karton und ehe ihr sucht, öffnet die Ohrmuschelabdeckung, da ist der Dongle sicher verstaut.

Bei der Verbindung zeigt sich das Barracuda V2 Pro ausgesprochen flexibel. Für Gaming am PC oder an kompatiblen Konsolen kommt Razer HyperSpeed Wireless über den USB-Empfänger zum Einsatz. Die Verbindung arbeitet mit geringer Latenz und ist damit besonders für Spiele geeignet, bei denen es auf eine möglichst verzögerungsfreie Audioübertragung ankommt. Wenn ihr die Schritte der Gegner in Warzone oder dem Multiplayer des aktuellen CoD Modern Warfare 4 früh wahrnehmt, habt ihr einen Vorteil. Alternativ lässt sich das Headset über Bluetooth 6.0 unkompliziert mit Smartphones, Tablets und anderen kompatiblen Geräten verbinden.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, beide Verbindungen gleichzeitig zu nutzen. So hört ihr beispielsweise den Spielsound über den Funkempfänger und könnt parallel Anrufe oder Musik vom Smartphone empfangen. Zum Laden und für die kabelgebundene Verbindung steht eine USB-C-Buchse zur Verfügung.
Schlichtes Design statt Standard-Gaming-Optik
Auf den ersten Blick sieht man dem Barracuda V2 Pro seine Gaming-Wurzeln kaum an. Razer verzichtet auf auffällige RGB-Beleuchtung und kantige Formen. Stattdessen präsentiert sich das Headset als schlichter Over-Ear-Kopfhörer, der auch unterwegs oder im Büro eine gute Figur macht und im positiven Sinn nicht groß auffällt. Die geschlossene Bauweise und die weich gepolsterten Ohrmuscheln sorgen für eine beachtliche Geräuschisolierung und hohen Tragekomfort.

Mit rund 285 Gramm fällt das Barracuda V2 Pro vergleichsweise leicht aus. Der gepolsterte Kopfbügel und die schwenkbaren Ohrmuscheln unterstützen den bequemen Sitz. Praktisch für den Transport: Die Ohrmuscheln lassen sich flach zusammenklappen. Allerdings ist das ausziehbare und fein einstellbare Kopfband aus Plastik. Im Test hatten wir keine Qualitätsprobleme und auch die Verwindung geht in Ordnung, ein wenig Metall hätte uns aber bei dem Preis von rund 200 Euro besser gefallen.
Zwei Mikrofonlösungen für unterschiedliche Situationen
Eine interessante Besonderheit ist das zweigleisige Mikrofonkonzept. Für die Kommunikation beim Gaming lässt sich das abnehmbare Razer HyperClear Full-Band-Mikrofon mit Pop-Schutz an der linken Ohrmuschel befestigen. Es ist auf eine klare Sprachübertragung ausgelegt und kann bei Nichtgebrauch einfach abgenommen werden. Damit bleibt das Headset optisch angenehm unauffällig, wenn ihr es unterwegs als Kopfhörer verwendet.
Ohne das externe Mikrofon übernehmen zwei integrierte Beamforming-Mikrofone die Sprachaufnahme. Sie sind für Telefonate und Freisprechanwendungen gedacht und ersparen euch den sichtbaren Mikrofonarm. Eine KI-gestützte Geräuschunterdrückung reduziert störende Hintergrundgeräusche, so bleibt eure Stimme auch bei ungünstigen Umgebungsbedingungen deutlich zu verstehen. Gerade beim Spielen mit Freunden oder in Videokonferenzen sollte die Stimme klar und natürlich übertragen werden. Obwohl beide Optionen sehr gute Ergebnisse liefern, würden wir aber beim Spielen definitiv auf das externe HyperClear-Mikro zurückgreifen.

40-mm-Treiber und THX Spatial Audio+
Für den Klang setzt Razer auf 40-mm-Treiber mit TriForce-Bio-Cellulose-Technologie. Die spezielle Membran soll Verzerrungen reduzieren und eine natürliche Wiedergabe mit klaren Höhen, ausgewogenen Mitten und kräftigen Bässen ermöglichen. Das Headset ist damit nicht nur für Spiele gedacht, sondern soll auch bei Musik und Filmen überzeugen. Eine vollmundige Versprechung, die wir aber nach einem ausführlichen Klangtest an unterschiedlichen Geräten und bei unterschiedlichen Gegebenheiten unterschreiben. Der Klang ist „Out of the Box“ sehr dynamisch und ausgewogen Feintuning könnt ihr aber die Software individuell vornehmen.
Am PC kommt zusätzlich THX Spatial Audio+ zum Einsatz. Die Technik erweitert das Klangbild um virtuellen Raumklang und unterstützt eine 7.1.4-Wiedergabe. Neben den klassischen Kanälen rund um den Hörer werden dabei auch virtuelle Höhenkanäle berücksichtigt. Das sorgt insbesondere bei actionlastigen Spielen für eine bessere räumliche Orientierung.
Die erweiterte 7.1.4-Funktion setzt allerdings Razer Synapse 4 unter Windows 11 voraus. Auf anderen Plattformen steht diese spezielle Raumklangfunktion nicht in gleicher Form zur Verfügung. Wer das Headset hauptsächlich an einer Konsole oder einem Smartphone verwendet, sollte das bei der Kaufentscheidung berücksichtigen.

Bis zu 70 Stunden Akkulaufzeit
Auch bei der Ausdauer hat Razer nachgelegt. Der integrierte Akku soll bis zu 70 Stunden durchhalten, wenn die aktive Geräuschunterdrückung ausgeschaltet ist. Mit eingeschaltetem ANC sinkt die angegebene Laufzeit auf bis zu 50 Stunden. So ist eine lange Nutzungsdauer garantiert und wir mussten im ausführlichen Test nicht zwingend nachladen. Und wenn doch mal der Saft ausgeht, kommt die praktische Schnellladefunktion: zum Zug. Bereits 15 Minuten am Kabel bringen eine Aufladung für rund sechs Stunden zusätzliche Nutzung. Das ist hilfreich, wenn ihr vor einer längeren Gaming-Session feststellt, dass der Akku zur Neige geht.
Steuerung und Razer Audio App
Die wichtigsten Bedienelemente sitzen direkt an den Ohrmuscheln. Über die Tasten könnt ihr die Lautstärke anpassen, das Mikrofon stummschalten und die Wiedergabe steuern. Eine SmartSwitch-Taste erleichtert den Wechsel zwischen der 2,4-GHz-Funkverbindung und Bluetooth. So müsst ihr nicht jedes Mal in die Einstellungen eures Rechners oder Smartphones wechseln.
Für die weitere Konfiguration stellt Razer die Audio App für Mobilgeräte sowie Razer Synapse 4 am PC bereit. Hier lassen sich unter anderem Klangprofile, Equalizer-Einstellungen und die Geräuschunterdrückung anpassen. Auch die räumliche Audiowiedergabe wird über die PC-Software eingerichtet. Damit könnt ihr das Headset an unterschiedliche Einsatzbereiche anpassen und beispielsweise für Spiele andere Klangeinstellungen verwenden als für Musik oder Filme – was auf jeden Fall Sinn ergibt und viel Spielraum für Individualisierung erlaubt.

Fazit: Ein Headset für jede Gelegenheit
Das Razer Barracuda V2 Pro verfolgt einen interessanten Ansatz: Statt sich ausschließlich auf Gaming zu konzentrieren, möchte es ein vielseitiger Begleiter für den gesamten Tag sein. Das dezente Design, das geringe Gewicht und die faltbaren Ohrmuscheln sprechen für den Einsatz unterwegs. Gleichzeitig sorgen die 2,4-GHz-Funkverbindung, THX Spatial Audio+ und das abnehmbare Mikrofon dafür, dass auch Spieler auf ihre Kosten kommen. Besonders gelungen ist die flexible Verbindungstechnik. Die gleichzeitige Nutzung von Funk und Bluetooth ist im Alltag ausgesprochen praktisch, und auch die lange Akkulaufzeit mit bis zu 70 Stunden kann sich sehen lassen. Dazu kommen Hybrid-ANC, zwei unterschiedliche Mikrofonlösungen und die Möglichkeit, den Klang über die Razer-Software individuell anzupassen. Lediglich die reine Verwendung von Plastikmaterialien und der hörbare Unterschied zwischen externem und internem Mikrofon lassen uns von der Höchstwertung absehen. Unterm Strich ist das Barracuda V2 Pro aber ein spannender Allrounder für alle, die nicht mehrere Kopfhörer für Gaming, Musik und mobilen Alltag verwenden möchten.






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