
Bei der Logitech G Play 2026 in Warschau standen für mich weniger die große Messekulisse als die neuen Hardware-Produkte im Mittelpunkt. Besonders die überarbeitete Pro-Serie für E-Sport, das smarte Yeti 2 Mikrofon für Streamer und Podcaster sowie die neuen Sim-Racing-Optionen konnten beim ersten Anfassen gleich überzeugen.
Pro X3 Superstrike: Haptische Klicks statt klassischer Schalter
Mein persönlicher Favorit der neuen Pro-Serie ist die Logitech G Pro X3 Superstrike. Rein optisch bleibt Logitech dem bekannten, angenehm zurückhaltenden Pro-Design treu. Im Inneren steckt jedoch neue Technik: Statt klassischer Mikroschalter nutzt die Maus induktive Trigger mit haptischer Rückmeldung. Logitech nennt das HITS, also Haptic Inductive Trigger System.
Über G Hub lassen sich Auslösepunkt, Rapid-Trigger-Verhalten und die Intensität des Klickfeedbacks anpassen. Dadurch kann man die Haupttasten sehr leichtgängig einstellen oder ihnen bewusst etwas mehr Widerstand geben. Gerade für kompetitive Shooter ist das ein richtig interessantes Konzept. Beim kurzen Ausprobieren gefiel mir vor allem das direkte, präzise Klickgefühl und das anpassbare Feedback fühlte direkt erstaunlich gut an.
Dazu kommen ein HERO-2-Sensor mit bis zu 44.000 DPI, bis zu 8 kHz Polling-Rate und eine Akkulaufzeit von bis zu 135 Stunden. Die Maus wiegt rund 59 Gramm und bleibt damit angenehm leicht. Erscheinen soll die Pro X3 Superstrike am 6. Oktober für 189,99 Euro.

Pro X2 Rapid und Pro X3 Lightspeed
Passend zur Maus bringt Logitech mit der Pro X2 Rapid eine kompakte TKL-Tastatur mit magnetischen Analog-Switches. Der Auslösepunkt lässt sich sehr fein einstellen, während Rapid Trigger die Taste schon zurücksetzt, wenn man den Finger nur leicht anhebt. Das OLED-Display und die G-Hub-Software erleichtern die Konfiguration. Besonders positiv ist mir die abnehmbare Handauflage aus Silikon aufgefallen: Sie besitzt genau die richtige Festigkeit und entlastet die Hände auch bei längeren Sessions spürbar.

Auch das neue Pro X3 Lightspeed hinterließ einen guten ersten Eindruck. Das Wireless-Headset bietet Bluetooth, LIGHTSPEED-Funk und einen Klinkenanschluss, sodass es sich nicht nur am Gaming-PC flexibel einsetzen lässt. Mit bis zu 70 Stunden Akkulaufzeit fällt die Laufzeit deutlich länger aus als beim Vorgänger. Die 50-mm-PRO-G-Graphen-Treiber sollen für präzisen, dynamischen Klang sorgen; für den Voice-Chat gibt es ein abnehmbares 48-kHz-Mikrofon. Mit rund 350 Gramm ist das Headset nicht gerade einLeichtgewicht, saß bei der Anprobe aber bequem. Ab dem 8. Oktober soll es für knapp 280 Euro erhältlich sein.
Yeti 2: Das Mikrofon denkt mit
Das Yeti 2 gehört für mich zu den spannendsten Geräten der kommenden Hardware-Generation. Das bekannte und besonders bei Streamern beliebte USB-Mikrofon behält seine markante Form, wurde technisch aber deutlich überarbeitet. Sein Clear-Voice-Tracking arbeitet mit einem 3D-Sensor, der Bewegungen vor dem Mikrofon registriert und Pegel, Klang sowie Richtcharakteristik automatisch anpassen soll.

Das musste ich natürlich ausprobieren und habe mich bei einer kurzen Sprachprobe bewusst vor und neben dem Mikro bewegt. Dabei gab es weder hörbare Aussetzer noch auffällige Sprünge bei der Lautstärke. Gerade für Streams, Podcasts oder spontane Aufnahmen am Schreibtisch ist das ein sinnvoller Komfortgewinn: Man muss nicht wie festgetackert vor dem Mikro sitzen, um verständlich zu bleiben.
Dazu kommen KI-gestützte Geräuschunterdrückung, drei Kondensatorkapseln, fünf Richtcharakteristiken, die bereits bekannten Blue-VO!CE-Profile und ein Kopfhöreranschluss für latenzfreies Monitoring. Auf dem kleinen LCD-Display lassen sich nicht nur Einstellungen kontrollieren; es kann auch einen Pixel-Yeti, ein Emoji oder ein eigenes Motiv darstellen.
RS50 im McLaren-Look
Auch Sim-Racing-Fans bekommen neue Optionen. Hingucker in Warschau war das RS50 McLaren Racing Bundle in Papaya-Orange. Das Set kombiniert die RS50-Direct-Drive-Basis mit 8 Nm Drehmoment und TRUEFORCE-Feedback, ein Formel-Lenkrad samt Hub sowie passende Pedale. Das sieht nicht nur schick aus, sondern wirkt auch wie ein sehr rundes Komplettpaket für ambitionierte Fahrer auf PC und Konsole.

Wer günstiger einsteigen möchte und keine Konsolenunterstützung benötigt, bekommt künftig auch reine PC-Versionen von RS50 und G923. Damit öffnet Logitech sein Sim-Racing-Portfolio zumindest ein Stück weiter für Spieler, die nicht direkt ein sehr teures Komplett-Rig aufbauen wollen.
Mein Eindruck
Logitech G hat in Warschau nicht einfach nur neue Farben und Modellnummern gezeigt. Die Pro X3 Superstrike macht mit ihren konfigurierbaren, haptischen Klicks neugierig auf einen ausführlichen Test, das Yeti 2 bringt sinnvolle Automatikfunktionen für Creator mit und auch bei Sim-Racing tut sich wieder etwas. Besonders gefallen hat mir, dass die neuen Produkte trotz klarer E-Sport-Ausrichtung nicht nur für Profis einen Mehrwert bieten, sondern auch im normalen Gaming- und Creator-Alltag nachvollziehbare Vorteile bieten.




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