Bereits seit Anfang September ist der neue Bus Simulator aus dem Hause Astragon auf dem Markt. Wir durften uns die PC Version für Euch anschauen und bewerten.

Die Bus Simulator Reihe ist eine Fahrzeugsimulations-Videospielreihe, die von Icebytes, Contendo Media, TML Studios, Stillalive Studios und Simteract entwickelt und von Astragon Entertainment veröffentlicht wurde und ihren Anfang im Jahr 2007 fand.
Hinter dem Lenkrad eines Linienbusses durch die Stadt zu fahren, Fahrgäste pünktlich ans Ziel zu bringen und dabei den Fahrplan im Blick zu behalten: Die Bus-Simulator-Reihe hat sich über die Jahre eine treue Fangemeinde aufgebaut. Mit Bus Simulator 27 geht die Serie nun in die nächste Runde. Wir haben uns hinters Steuer gesetzt und geprüft, ob der neue Teil mehr bietet als ein neues Streckennetz und frische Busmodelle. Wie gut sind Fahrverhalten und Verkehrssimulation gelungen? Lohnt sich der Einstieg auch für Neulinge? Und was hat sich im Vergleich zum Vorgänger wirklich getan? Das verraten wir in unserem Test.

Wir haben den Bus-Simulator 27 auf dem PC getestet. Das Spiel hat seit seiner Veröffentlichung 10 kleinere und größere Patches bekommen. Das Spiel benötigt 17,4 Gigabyte Speicher auf unserem PC, der mit einem Ryzen 7 5800X3D und einer Radeon RX 9070XT genug Power haben sollte, um die Simulation zu stemmen. So lasst uns losfahren.

Ersteindruck
Aller Anfang ist schwer

Bus Simulator 27 ist, wie schon erwähnt, seit dem 8. September 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X|S erhältlich. Zum ersten Mal entwickelt das polnische Studio Simteract die Reihe. Das Spiel macht auf den ersten Blick Lust darauf, Felicia Bay hinter dem Steuer zu erkunden. Fast 50 Busse von 13 Herstellern, darunter erstmals auch lizenzierte Reisebusse, versprechen eine große Auswahl. Dazu kommen mehrere Spielmodi und die Möglichkeit, ein eigenes Verkehrsunternehmen aufzubauen.

Der Einstieg kann jedoch etwas überwältigend sein. Es gibt viele Fahrzeugmodelle, Funktionen und Abläufe kennenzulernen, während die Hilfestellungen nicht immer ausreichen. Wer mit der Reihe vertraut ist, findet sich vermutlich schnell zurecht; Neulinge müssen sich erst an die umfangreiche Simulation gewöhnen. Insgesamt wirkt Bus Simulator 27 ambitioniert und umfangreich, lässt aber schon früh erkennen, dass Geduld und eine gewisse Begeisterung für Busse hilfreich sind. In der fiktiven, an Iberien angelehnten Region Felicia Bay fährt man mit mehr als 45 Bussen von 13 Herstellern, darunter erstmals Solaris. Die größte Neuerung sind lizenzierte Reisebusse für Langstreckenrouten. Dazu kommen Unreal Engine 5 mit dynamischem Wetter und Tag-Nacht-Wechsel, die Modi Story, Karriere und Sandbox, ein Vier-Spieler-Koop, Ereignisse im Bus und auf PC Mod-Support über mod.io.

Gameplay
Angenehmer Einstieg, Fans werden ihren Spaß haben

In Bus Simulator 27 geht es um mehr als das reine Busfahren. Im Karrieremodus baut man nach und nach ein eigenes Verkehrsunternehmen auf und erschließt die fiktive Region Felicia Bay mit neuen Buslinien. Dazu gehören, passende Busse kaufen, Routen planen, Fahrer einstellen und die Bedürfnisse der Fahrgäste berücksichtigen. Die große Auswahl an Fahrzeugen bringt Abwechslung, doch Einsteiger können sich bei der Vielzahl an Modellen und ihren Eigenschaften zunächst etwas allein gelassen fühlen.

Der Karrieremodus führt Schritt für Schritt in die wichtigsten Aufgaben ein: Man lernt, den Bus zu steuern und sich um die Fahrgäste zu kümmern, bevor man den ersten eigenen Bus übernimmt. Wer lieber ohne erzählerische Vorgaben spielt, kann im freien Karrieremodus sein Unternehmen selbstständig aufbauen. Im Sandbox-Modus steht unbegrenzt Geld zur Verfügung, sodass man sich auf das Fahren und Ausprobieren konzentrieren kann.

Die Steuerung funktioniert mit dem Controller grundsätzlich gut. Häufig benötigte Funktionen wie die Feststellbremse oder das Öffnen der Türen lassen sich schnell über Tasten aufrufen. Für weitere Einstellungen – etwa Beleuchtung oder Klimaanlage – muss man sich durch ein umfangreiches Menü arbeiten. Gerade am Anfang kostet es Zeit, die vielen Funktionen zu überblicken und gleichzeitig den Fahrplan einzuhalten. Mit etwas Übung gehen die Handgriffe jedoch leichter von der Hand. Gelegentlich muss man außerdem direkt auf das Verhalten einzelner Fahrgäste reagieren, etwa wenn jemand einschläft oder zu laut Musik hört. Diese Aufgaben bringen Abwechslung, die Steuerung zu Fuß wirkt dabei aber etwas ungenau.

Wer den Vorgänger gespielt hat, wird sich im Bus Simulator 27 sofort heimisch fühlen, vielleicht sogar ein bisschen zu heimisch. Die Entwickler liefern ein solides Paket ab, doch zum Release hakte es im Detail noch gewaltig. Das Gute vorweg: Die Grafik hat einen Schritt nach vorne gemacht. Die Beleuchtung wirkt dynamischer, die Texturen in der Stadt sind schärfer und die Bus-Modelle sehen fantastisch aus. Das Fahrgefühl macht nach wie vor Spaß, die Soundkulisse passt und die Routenplanung ist gewohnt griffig. Auch die neuen Reisebusse und die größere Flotte bringen frischen Wind. Dazu kommen Story, Karriere und Sandbox sowie der Koop-Modus für bis zu vier Spieler.

Der holprige Start: Zum Release zog sich das Thema Performance wie ein roter Faden durchs Spiel. Trotz ordentlicher Hardware gab es immer wieder FPS-Einbrüche, besonders an belebten Kreuzungen oder bei Regen. Auch die KI war stellenweise frustrierend: Autos zogen ohne Grund raus, und Fußgänger liefen wie auf Schienen in den Bus und verstopften die Türen, was den Fahrplan komplett ruinierte. Aber die Entwickler haben nicht auf der faulen Haut gelegen und viele Patches nachgeschoben. Hier hat sich viel getan. Mit den bisherigen Updates sind die FPS-Einbrüche und die gröbsten KI-Aussetzer fast vollständig verschwunden. Das Spiel läuft heute deutlich runder als zum Start, und genau das hebt den Spielspaß spürbar. Geblieben ist das Gefühl, vieles schon mal gesehen zu haben. Im Karrieremodus fehlen echte Innovationen, und manche Funktionen wirken eher wie ein größeres Update als wie ein eigenständiges neues Spiel.

Grafik & Sound
Stimmig unterwegs

Die Spielwelt Felicia Bay fängt die Atmosphäre der iberischen Region gut ein. In den Städten sorgen markante Sehenswürdigkeiten dafür, dass man sich schnell orientieren kann. Auf dem Land wirken die Gegenden dagegen weniger abwechslungsreich, und ohne Karte fällt es schwerer, den Überblick zu behalten. Insgesamt ist die Welt ansprechend gestaltet, auch wenn sie nicht überall gleich viel Charakter zeigt.

Optisch macht Bus Simulator 27 einen stimmigen Eindruck. Die Busse sind detailliert gestaltet und wirken durch ihre unterschiedlichen Formen und Ausstattungen abwechslungsreich. Auch die Umgebung trägt zur Atmosphäre bei: Straßen, Gebäude und Haltestellen vermitteln das Gefühl, durch eine belebte Stadt zu fahren. Besonders während längerer Touren sorgt das für ein glaubwürdiges Gesamtbild. Wie lebendig die Spielwelt wirkt, hängt allerdings auch davon ab, wie viele Details und Passanten gerade auf dem Bildschirm zu sehen sind.

Der Sound unterstützt das Busfahrerlebnis und passt zum Alltag auf den Straßen. Motorengeräusche und die Klänge des Verkehrs begleiten die Fahrten, während Gespräche und Reaktionen der Fahrgäste für zusätzliche Lebendigkeit sorgen. Die Atmosphäre wird allerdings durch das teils unberechenbare Verhalten von Autos und Fußgängern getrübt, die aber, wie schon erwähnt, nicht mehr so stark auffallen wie bei Release. Grafik und Sound liefern damit eine passende Grundlage für die Simulation, setzen aber keine neuen Maßstäbe. Motorengeräusche begleiten die Fahrt und helfen dabei, die verschiedenen Situationen hinter dem Steuer besser wahrzunehmen. Dazu kommen typische Verkehrsgeräusche und weitere Klänge aus dem Stadtalltag. Ansagen und Hinweise unterstützen den Ablauf einer Tour und lassen die Fahrten authentischer wirken. Insgesamt passen Grafik und Sound gut zum ruhigen, alltagsnahen Spielprinzip und sorgen dafür, dass man sich stärker in die Rolle des Busfahrers hineinversetzen kann.

Langzeitmotivation & Spielzeit
Viele Routen, ähnliche Abläufe

Die Langzeitmotivation entsteht vor allem durch den Ausbau des eigenen Verkehrsunternehmens. Neue Busse, zusätzliche Routen und weitere Teile von Felicia Bay bieten langfristige Ziele. Wer gerne plant, verschiedene Fahrzeugtypen ausprobiert und sein Streckennetz Schritt für Schritt erweitert, kann viele Stunden mit Bus Simulator 27 verbringen. Die große Auswahl an Bussen sorgt dabei für Abwechslung – auch wenn die Unterschiede für Neulinge nicht immer leicht zu erkennen sind.

Auf Dauer können sich die Fahrten jedoch ähneln. Viele Aufgaben drehen sich um dieselben Abläufe: Route fahren, Fahrgäste befördern und den Fahrplan einhalten. Fehler im Verkehr oder unvorhersehbares Verhalten von Passanten können zusätzlich für Frust sorgen. Wie lange das Spiel motiviert, hängt deshalb stark davon ab, wie viel Freude man am routinierten Fahren und am Aufbau eines eigenen Busunternehmens hat. Fans des Genres finden reichlich zu tun; wer häufig neue Herausforderungen oder ein stark wechselndes Missionsdesign erwartet, könnte schneller die Lust verlieren.

Fazit
Eine solide Fahrt, aber kein Neustart

Bus Simulator 27 ist eine gelungene, wenn auch wenig überraschende Fortsetzung. Die hübscheren Busse und Stadtansichten, die passende Soundkulisse sowie die große Fahrzeugauswahl sorgen für ein stimmiges Fahrerlebnis. Reisebusse, verschiedene Spielmodi und der Koop-Modus bringen zusätzliche Möglichkeiten und dürften besonders Fans der Reihe lange beschäftigen.

Zum Start wurde der Spielspaß durch Leistungseinbrüche und Fehler in der Verkehrs-KI deutlich gebremst. Die nachgereichten Patches haben diese Probleme weitgehend behoben, sodass die Simulation inzwischen spürbar runder läuft. Trotzdem fühlt sich vieles vertraut an: Wer auf große Neuerungen im Karrieremodus hofft, könnte enttäuscht sein.

Unterm Strich ist Bus Simulator 27 vor allem für Fans entspannter Fahrsimulationen eine empfehlenswerte Fahrt. Neulinge finden einen zugänglichen Einstieg, während Serienveteranen ein solides Gesamtpaket bekommen – allerdings eher eine behutsame Weiterentwicklung als einen echten Neustart.

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