Die gamescom 2026 ist Geschichte. Auch in diesem Jahr pilgerten wieder unzählige Besucher nach Köln, um Neuheiten zu entdecken, Spiele auszuprobieren, Entwickler zu treffen und natürlich Teil des größten Gaming-Events der Welt zu sein.

Doch bei aller Begeisterung bleibt nach dem Messebesuch auch eine Frage: Wie viel „Games“ steckt eigentlich noch in der gamescom?

Denn wer die Messe über die vergangenen Jahre verfolgt hat, dürfte eine deutliche Veränderung bemerken. Zwischen Gaming-Ständen, Cosplay und spielbaren Demos finden sich zunehmend Unternehmen und Marken, deren Angebote nur noch wenig mit Videospielen zu tun haben. Für Besucher kann das durchaus unterhaltsam sein – gleichzeitig entsteht aber der Eindruck, dass die eigentliche Kernidee der Messe immer weiter in den Hintergrund rückt.

Wo ist die gamescom-Werbung geblieben?

Auch außerhalb der Messehallen scheint sich etwas verändert zu haben. Wer sich an frühere gamescom-Jahre erinnert, kennt die großflächigen Plakate, beklebten Hauswände und Busse, die in und rund um Köln unübersehbar auf das Gaming-Spektakel aufmerksam machten.

2026 war davon deutlich weniger zu sehen.

Gerade für eine Veranstaltung, die Köln für einige Tage zum Mittelpunkt der internationalen Spielebranche macht, ist das schade. Die gamescom gehört eigentlich zu den Events, die man einer ganzen Stadt ansehen sollte.

Mehr Kamera als Controller?

Ein weiterer Trend fällt innerhalb der Messehallen auf: Content Creator und Influencer sind allgegenwärtig.

Kameras, Smartphones, Mikrofone und Livestreams gehören inzwischen fest zur gamescom. Grundsätzlich ist das natürlich nichts Schlechtes. Gaming und Social Media sind längst eng miteinander verbunden, und Content Creator können Spiele einem Millionenpublikum präsentieren.

Allerdings entsteht teilweise der Eindruck, dass nicht mehr unbedingt das Spiel im Mittelpunkt steht, sondern der Creator selbst.

Wer durch die Hallen läuft, begegnet immer wieder Menschen, die mit Kamera oder Smartphone unterwegs sind und sich intensiv mit ihrem Livestream oder Chat beschäftigen. Für klassische Messebesucher kann das befremdlich wirken – schließlich sollte es bei einer Spielemesse in erster Linie um Spiele, Entwickler und die Gaming-Community gehen.

Die großen Highlights bleiben aus

Besonders auffällig ist allerdings eine andere Entwicklung: Die ganz großen Überraschungen werden seltener.

Viele der großen Publisher und Marken setzen inzwischen verstärkt auf eigene Veranstaltungen, digitale Präsentationen oder spezielle Online-Events. Namen wie Blizzard, Sony oder Minecraft können ihre Neuigkeiten längst unabhängig von einer großen Publikumsmesse präsentieren.

Damit verliert die gamescom ein Stück weit jene Magie, die sie früher ausgemacht hat: Man kam nach Köln und wusste nicht genau, welche großen Ankündigungen, Überraschungen und spielbaren Highlights einen erwarten würden.

2026 waren echte Highlights deshalb eher rar gesät.

Trotzdem: Die Gaming-Community lebt

Doch bei aller Kritik wäre es falsch, die gamescom 2026 komplett schlechtzureden.

Denn zwischen Influencer-Kameras, Markenständen und Werbeaktionen sind sie noch immer da: die Gamer.

Menschen, die geduldig stundenlang für ihr Lieblingsspiel anstehen. Besucher, die sich tatsächlich für neue Titel interessieren und jede spielbare Demo ausprobieren wollen. Und natürlich die zahlreichen Cosplayer, die mit viel Zeit, Kreativität und Leidenschaft ihre Charaktere zum Leben erwecken.

Genau diese Menschen machen die gamescom weiterhin zu etwas Besonderem.

Denn letztlich ist es die Community, die der Messe ihre Atmosphäre gibt. Das gemeinsame Fachsimpeln, das Entdecken neuer Spiele, das Treffen von Freunden und die Begeisterung für unser Hobby lassen sich eben nicht einfach durch Marketing ersetzen.

Wohin geht die Reise?

Die gamescom steht damit vor einer interessanten Zukunft. Die Messe ist größer und internationaler denn je – gleichzeitig stellt sich die Frage, wie viel Raum künftig noch für das eigentliche Gaming bleibt.

Mehr Marken, mehr Influencer und mehr Unterhaltung sind nicht grundsätzlich falsch. Aber vielleicht sollte sich die gamescom gelegentlich daran erinnern, wofür sie ursprünglich steht: Games.

Die Hoffnung bleibt deshalb, dass die kommenden Jahre wieder mehr spielbare Neuheiten, Entwickler, echte Überraschungen und vor allem Spiele in den Mittelpunkt stellen.

Denn genau dafür kommen die Gamer nach Köln.

Und wer weiß: Vielleicht überrascht uns die gamescom ja schon im nächsten Jahr wieder.

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